Kulturlandschaft Bellersen

Neben den großen Waldgebieten des Naturparks gibt es in der Kulturlandschaft viele kleine und kleinste Gehölze. Sie sind ein schöner Anblick und bieten dem Wanderer lauschigen Schatten, romantische Picknickplätze und im Herbst einen kleinen Beeren-Snack zwischendurch. Für die Tiere der Kulturlandschaft sind diese Landschaftselemente (überlebens-) wichtig. Auch ihnen bieten diese Gehölze Nahrungs- und Rückzugsraum; vor allem sind Hecken und Feldgehölze aber oft die einzige Möglichkeit, einigermaßen gefahrlos von einem Lebensraum in einen anderen wechseln zu können. Im Naturschutz spricht man in diesem Zusammenhang von Vernetzung und Trittsteinbiotopen.

Wenn es um regionale Produkte geht, kommt man ebenfalls nicht an Hecken, Gebüschen, Feldgehölzen und den sie begleitenden Krautsäumen vorbei. Früher lieferten sie nämlich vieles, was in Haus und Hof nützlich bis unentbehrlich war. Im Frühling sammelte man dort das „Heckengemüse“, einst erstes frisches Gemüse des Jahres und wichtiger Vitamin-Lieferant, heute kulinarische Köstlichkeit der gehobenen Erlebnis-Gastronomie. Im Sommer fand man dort Heil-, Gewürz- und Färbepflanzen, Ziegen-, Schweine- und Kaninchenfutter; im Herbst Wildobst und Nüsse, im Winter Brenn- und Nutzholz. Das Spektrum an Verwendungsmöglichkeiten war riesengroß und manches ist längst in Vergessenheit geraten wie die gute und preiswerte Tinte aus Schlehenrinde. Vieles gibt es aber noch (oder wieder) in den zahlreichen Hofläden im Naturpark: köstliche Gelees, Marmeladen und Fruchtaufstriche, Schlehen-, Brombeer- und Kornelkirschenlikör, Kräuteressig und -öle, Kräutermischungen und -tees, Gedrechseltes aus heimischen Hölzern und vieles mehr.

 

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